Zink für den Fellwechsel?

Jedes Jahr aufs Neue wird Zink als fast unverzichtbares Zusatzfuttermittel für den Fellwechsel des Pferdes angepriesen. Doch ist das wirklich so?

Zink ist ein Spurenelement. Es spielt eine wichtige Rolle in zahlreichen Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechselprozessen, unter anderem auch bei der Regeneration von Haut und Schleimhäuten. Es ist aber bei weitem nicht der einzige Bereich, in dem Zink wichtig für den Pferdekörper ist.

Ein Bedarf wird durchschnittlich mit 35mg pro kg Futtertrockenmasse angegeben, dieser Bedarf schwankt allerdings stark, abhängig von Fütterung, Trainingspensum und Stress des Pferdes. So führt zum Beispiel eine hohe Getreidefütterung und die darin enthaltene Phytinsäure oder auch eine hohe Calcium- oder Kupfergabe zu einem deutlich erhöhten Zinkbedarf. Zink und Kupfer arbeiten im Körper immer zusammen!

Ein Zinkmangel ist nicht ohne weiteres zu erkennen. Verdickungen der Haut bei gleichzeitigem Fellverlust, eine erhöhte Infektionsneigung, schuppige Haut und eine geringe Wundheilung können Anzeichen für einen Zinkmangel sein. Aber auch bei Sommerekzem, Kotwasser, weichem Hufhorn und verschiedensten Allergien gibt es immer wieder enge Bezüge zur Zinkversorgung. Ein Mangel ist über ein Blutbild kaum zu erkennen, denn der Organismus versucht Mangelzustände immer erstmal auszugleichen indem er auf „Rücklagen“ in Haut und Muskulatur zurückgreift. Ein Mangel ist im Blutbild also erst sehr spät zu erkennen.

Trotzdem sollte einem bewusst sein, dass der normale Zinkbedarf eines Pferdes über Gras und Heu gedeckt wird Kommt dann noch Mineralfutter oder sogar mineralisiertes Fertigfutter dazu, ist ein Zinkmangel bei Pferden deutlich seltener anzutreffen als es uns die Futtermittelindustrie gerne verkaufen möchte.

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So ein Fellwechsel ist Schwerstarbeit für den Organismus!

Eine Überversorgung mit Zink bleibt natürlich ebenfalls nicht ohne Folgen. Anämie, Steifheit bis hin zu Lahmheiten, sowie ein Mangel an Magnesium und Kupfer können die Folgen sein. Erwachsene, gesunde Pferde sind allerdings sehr tolerant gegenüber einer zeitweisen Zinküberversorgung. Das darf aber kein Grund sein „auf gut Glück“ Zink zu zufüttern!

Sollte man sich dazu entscheiden dem Pferd Zink zu zufüttern, gibt es gravierende Unterschiede in der Bioverfügbarkeit für den Organismus, je nach gewähltem Präparat.

Das Zink im Getreide liegt als Phytatsalz vor und ist für den Organismus kaum verfügbar. In den meisten Mischfuttern ist Zink in Form von Zinkoxid, welches ebenfalls kaum verwertbar ist, oder dem etwas besser verwertbaren Zinksulfat zugesetzt. Die organische Form, Zink-Chelat, ist für das Pferd mit Abstand am besten zu verwerten.

Sollte also ein wirklicher Mangel bestehen empfiehlt es sich, gezielt Zink-Chelat kurzweise zuzufüttern bis der Mangel ausgeglichen ist. Dazu ist es wichtig, dass keine gleichzeitige Kupfergabe erfolgt, da die Aufnahme sonst behindert wird.

Für eine normale, regelmäßige Versorgung des Pferdes mit Zink reicht ein Zinksulfat wie es in den meisten Mineralfutter vorhanden ist.

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