Mini-Muli Trylle

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Seit gestern sind wir nun einer mehr. Der kleine Trylle ist zu uns gezogen und ich möchte ihn euch gerne kurz vorstellen.

Der kleine Mann ist ein Maultier, seine Mama „Wondergirl v. st. Haarsteeg“ ist eine Minishettystute und sein Papa „Moleneind’s Bronze Eyeball“ ein Miniaturesel. Geboren wurde er im April 2011 in Holland bei einem Minishettyzüchter.

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Im Pass eingetragen wurde er auf den Namen „Colorstable’s Fifty-Fifty“, sehr kreativ für ein Muli. Wir haben ihn nun auf den Namen „Trylle“ getauft, was auf Dänisch und Norwegisch so etwas wie zaubern oder Magie bedeutet. Er ist unser kleine Magier neben dem Zauberer Merlin. Zudem ist der Name knackig und frech genug für den kleinen Wirbelwind und klingt ein wenig wie „irre“. Gesprochen wird er eher „Trülle“, alles kurz und knapp, nichts lang gezogen.

Wir waren schon länger auf der Suche nach einem Freund für Faxe. Ich wünschte mir für ihn ein Pony in seiner Größe, damit er jemanden zum Fellkraulen und Spielen hat. Er versteht sich super mit Merlin und die beiden sind wirklich gute Kumpels geworden, aber jemanden in seiner Größe ist doch einfach was anderes. Zumal Merlin mit seinen fast 20 Jahren nicht mehr so viel Spielen möchte wie der kleine Faxe.

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Daher schaute ich immer mal wieder auf den verschiedensten Plattformen nach Shettys. Einige haben wir uns angesehen, aber so wirklich passte es nie. Schließlich fand ich eine süße Falbstute bei einem Züchter in NRW und wir wollten sie uns anschauen fahren. Bereits am Telefon erzählte der Mann, dass er mehrere Shettys und Esel abzugeben hätte. Wir schauten uns also die anderen Anzeigen von ihm an und entdeckten neben einer tollen Palominostute auch das Mini-Maultier.

Vor Ort sahen wir sie uns an und mein Freund verliebte sich direkt in den kleinen Kerl. Ich war mir unsicher, ob eine Stute zu den beiden Herren passen würde, denn ich wollte keine Rivalitäten zwischen ihnen aufkommen lassen. Der Traum war, dass sie später harmonisch zu dritt leben können und nicht Merlin nachher alleine da steht.

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Also fragten wir ihn zum Mini-Muli aus und schauten uns das Muli dabei ausführlicher an. Ganz klein und zart erschien er uns, neugierig, aber auch sehr vorsichtig. 4,5 Jahre alt, bereits kastriert und etwas kleiner als Faxe. Die Fakten passten super zu dem, was wir suchten und die Geschichte des Züchters klang nett. Er hatte ihn vor einiger Zeit gekauft, um ihn selbst zum Kutsch-Muli auszubilden, es fehlte aber an Zeit und so stand er nur 1,5 Jahre lang mit den anderen auf der Koppel. Ob das so stimmt, weiß ich natürlich nicht, werde ich aber auch nicht herausfinden können. Es ändert aber auch nichts an unserer Entscheidung.

Ich beriet mich mit meinem Freund, bzw. Verlobten ja eigentlich, denn ich werde gerne mal kopflos bei süßen Tieren. Schließlich entschieden wir uns, den kleinen Mann zu kaufen. Nach harten Verhandlungen wurden wir uns mit dem Verkäufer einig und der Preis war in meinen Augen fair. So waren wir nun also Mini-Muli Besitzer, anstatt Zweitshetty-Besitzer.

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Auf die Frage, wieso es ein Muli geworden ist kann ich also keine durchdachte Antwort geben. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, trifft es vielleicht am besten. Es hätte genauso gut ein Shetty werden können. Grundsätzlich finde ich sehr interessant wie unterschiedlich er in der Ausbildung vielleicht sein wird, vor allem charakterlich. Gleichzeitig sind Mulis sehr robuste und genügsame Tiere, welche gerne Arbeiten. Ich spiele beispielsweise mit der Idee ihn als Packmuli zum Wandern mitzunehmen oder irgendwann mal einzufahren.

Grundsätzlich möchte ich mit ihm genauso viel und abwechslungsreich, wie mit den andern beiden Ponys auch, arbeiten. Er ist bisher noch komplett roh und kennt außer Führen am Halfter nichts. Jetzt darf er erstmal in Ruhe ankommen und bekommt eine Grundausbildung. Alles Weitere wird sich dann entscheiden. Mir ist es wichtig darauf einzugehen, was er möchte und woran er Spaß hat. Wir haben alle Zeit der Welt und ich habe zwei tolle Ponys mit denen ich so viel machen kann, da muss er nicht in eine bestimmte Ecke gedrängt werden. Er darf bei seinen zukünftigen Aufgaben gerne mitentscheiden, nur der Beruf „Rasenmäher“ wird ihm verwehrt bleiben.

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Der Transport zu uns verlief ganz unproblematisch. Ganz selbstverständlich kletterte er beim Abholen mit mir in den Hänger und futterte dann die gesamte Fahrt über durch. Dank einer Kamera im Hänger kann ich das so genau sagen. Bei uns im Stall angekommen, sagte er kurz lautstark allen „Hallo“, das klingt bei ihm eher wie eine brüllende Kuh mit einem kurzen I-Ah hinten dran, und kletterte dann in aller Ruhe mit mir wieder aus dem Hänger heraus.

Er steht nun erstmal in Merlins und Faxes altem kleineren Offenstall mit Sichtkontakt zu den anderen, um in Ruhe anzukommen und alles kennen zu lernen. Das Heunetz hat er auf Anhieb verstanden und sich auch nach wenigen Minuten direkt hingelegt zum Wälzen. Sand ist etwas Tolles!

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Bisher ist er Menschen gegenüber sehr zurückhaltend und schüchtern. Am liebsten wird er gar nicht angefasst. Ich habe ihn mit einem Leckerli überzeugen können, sich aufhalfter zu lassen, aber wirklich geheuer war es ihm nicht. Ist er aber erstmal am Strick, stapft er selbstverständlich hinter einem her. Autos, Hunde, S-Bahn… machen ihm überhaupt keine Angst. Seine Zurückhaltung beschränkt sich nur auf Menschen.

Der Vorbesitzer erzählte, dass es bei ihm anfangs genauso war. Er braucht ein paar Tage um aufzutauen, die bekommt er natürlich. Wenn man sich zu ihm setzt und ihm Geschichten erzählt, kommt er schon ganz neugierig an und Faxe hat ihm heute auch nochmal gezeigt, wie toll Menschen sind. Wieso er so ist, kann ich nicht sagen. Zum einen ist es vielleicht einfach Muli-Charakter, zum anderen mangelnde Erfahrung oder schlechte Erfahrungen. Den Vorbesitzer mochte er bei unserem Besuch auf jeden Fall sehr gerne.

Nun hoffe ich, dass alle Fragen erstmal soweit beantwortet sind. Es wird spannend, wie sich der kleine Trylle entwickelt und ich werde euch – sofern daran Interesse besteht – gerne an seiner Ausbildung teilhaben lassen.

5 Gedanken zu “Mini-Muli Trylle

  1. […] gar anfassen lässt. Das ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Ich habe genau solch ein „Problem-Muli“, das sich an vielen Tagen nur von mir anfassen lässt. Was bedeutet das? Ich muss jeden Tag mein […]

  2. […] ein zweites Minishetty sollte einziehen. Doch es kam anders als geplant und wir fuhren mit einem kleinen, rohen Maultier […]

  3. […] genau ein halbes Jahr ist der kleine Muli-Mann nun schon bei mir, höchste Zeit mal zurück zu blicken und ein bisschen die Entwicklung zusammen […]

  4. Hi Lina,

    da hast du dir ja das süßeste Mini-Muli der Welt ausgesucht!!!
    Ich bin schon von den Bildern hin und weg <3
    Irgendwann kommt bei mir hoffentlich auch noch ein Muli dazu. Oder zwei, oder drei… 😉 Aber mit der Eselbande habe ich erst einmal genug zu tun. Ich bin gespannt was du berichtest, wie er sich in der Ausbildung macht und vor allem welche Unterschiede zu seinen Pferdekumpels sichtbar werden.

    Viel Spaß mit der kleinen Knutschkugel! :)
    Melanie

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