Einen Hundepulli nähen – so geht’s!

In letzter Zeit sind einige Hundepullis bei mir von der Nähmaschine gehüpft und es kamen immer wieder Fragen, wie ich diese nähe. Daher möchte ich es euch hier Schritt für Schritt zeigen, auch wie ich mein Schnittmuster konzipiert habe.

Hundepulli

Zuerst habe ich länger an einem gut sitzenden Schnittmuster für meine Hunde gebastelt. Es soll eng anliegend sein, aber trotzdem genug Bewegungsspielraum bieten. Ich wollte keine Verschlüsse oder ähnliches, sondern einen echten Hundepulli zum Überziehen. Daraus ergeben sich dann vier Schnittteile bei mir. Das Körperteil in der Länge des Rückens, nach hinten leicht abfallend und an der Hinterhand rund verlaufend. Zusätzlich einen Streifen für den Rücken, so entsteht keine mittige Rückennaht und der Mantel fällt hinten an der Rute schöner. Meine Hunde tragen ihre Rute beide zeitweise oben, durch den Rückenstreifen kann dieser Bereich etwas kürzer sein, der restliche Pulli durch den Bogen aber trotzdem die komplette Hinterhand abdecken.

Dazu kommt dann noch das Bauteil. es hat einen großzügigen Ausschnitt für die Vorderbeine und bedeckt Brust und Bauch. Zuletzt noch das Schnittteil für den Kragen, dieses ergibts sich einfach durch die Halslänge und den sehr locker gemessenen Halsumfang des Hundes.

Das Schnittmuster muss für jeden Hund individuell angepasst und erstellt werden, dazu kann ich leider keine allgemeinen Maße geben. Ich hoffe aber, dass meine Zeichnung euch dabei hilft, ein gut passendes Schnittmuster für euren Hund zu erstellen.

Hundepulli

Hundepulli nähen

Die Teile werden nun alle aus dem gewünschten, dehnbaren Stoff zugeschnitten. Das Teil für den Körper zwei Mal jeweils spiegelverkehrt, Das Bauchteil und das Halsteil im Bruch und der Rückenstreifen einfach.

Hundepulli

Zuerst den Rückenstreifen rechts auf rechts an die beiden Körperteile nähen und die Nähte zusätzlich nochmal absteppen, so dass die Nahtzugabe flach liegt.

Hundepulli

Zum Einfassen habe ich lange Streifen aus Jersey oder Bündchenstoff geschnitten in mindestens 4 cm Breite. Den Streifen rechts auf rechts auf dem zusammengenähten Körperteil platzieren und mit ca. 1 cm  Abstand zur Kante aufnähen.

Hundepulli

Einmal rundherum vom Brustbereich bis zum Brustbereich der anderen Seite. Anfang und Ende verschwinden später unter dem Kragen.

Hundepulli

Nun den Streifen um die offene Kante auf die Unterseite umschlagen und nochmal festnähen. So ist der Rand eingefasst und der überschüssige Stoff kann auf der Unterseite knappkantig zurückgeschnitten werden.

Hundepulli

Auf die gleiche Weise nun noch den hinteren Teil des Bauchteils und die Beinausschnitte einfassen.

Hundepulli

Jetzt das Bauchteil auf dem Körperteil platzieren und den vorderen Brustbereich links auf links knappkantig annähen.

Hundepulli

Die beiden Stoffteile auseinander klappen und den eingefassten Teil nochmal knappkantig aufnähen, so dass die offene Stoffkante zwischen den beiden Nähten liegt. Auf der anderen Seite den Brustbereich genauso annähen.

Hundepulli

Auf die gleiche Weise nun auch den Bauchbereich annähen. Dazu am besten am Hund die optimale Größe des Beinausschnitts abmessen.

Hundepulli

Jetzt den Kragen zum Ring zusammennähen und die Nahtzugabe wieder flach absteppen.

Hundepulli

Der Kragen kann nun an den Pulli genäht werden. Ihn dazu rechts auf rechts überstülpen und rundherum annähen.

Hundepulli

Die obere Kante des Kragens kann jetzt noch eingefasst oder umgenäht werden. Wer mag, könnte auch noch einen Tunnelzug oder Gummi einnähen.

Hundepulli

Auf diese Weise sind bei mir nun schon zahlreiche Hundepullis aus den verschiedensten Materialien entstanden. Fleece, Alpenfleece, Sweat, Strickstoff, Strickfleece und vieles mehr eignet sich perfekt, da es warm und dehnbar ist, Ich habe zusätzlich auch einige leichte Outdoorpullis nach diesem Schnitt aus Softshell genäht. Da dieser nicht dehnbar ist, habe ich für das Bauchteil dann Badelycra verwendet. Das ist super dehnbar und ermöglicht so weiterhin ein angenehmes anziehen des Pullis, sorgt für einen stabilen Sitz am Körper und trocknet super schnell. Für uns perfekt, um die Hunde relativ trocken halten zu können an einem verregneten Tag. Wer es richtig warm braucht, müsste sich aber eine andere Lösung überlegen.

Hundepulli

Gefütterter Hundepulli

Für einen richtig warmen Pulli kann auch gefüttert genäht werden. Dazu sollten alle Schnittteile etwas großzügiger und mit einer zusätzlichen Nahtzugabe aus einem Ober- und einem Futterstoff zugeschnitten werden. Die Körperteile aus beiden Stoffen zuerst wie gewohnt mit dem Rückenstreifen vernähen und anschließend die beiden zusammengenähten Körper rechts auf rechts aufeinander nähen. Der Halsbereich kann als Wendeöffnung ausgespart bleiben, so kann alles gewendet werden. Er wird später beim Annähen des Kragens verschlossen.

Hundepulli

Das Bauchteil ebenfalls rechts auf rechts aus beiden Stoffen zusammennähen und durch den offen gelassenen  Brustbereich wenden. Die Kanten können nochmals abgesteppt werden, dann liegen beide Stoffteile stabil aufeinander.

Hundepulli

Den Kragen aus beiden Stoffen zum Rind schließen, rechts auf rechts ineinander stecken und an einer Seite zusammennähen und wenden. Hundepulli

Alle Teile wie gewohnt zusammennähen. So entsteht ein warm gefütterter Hundepulli, in meinem Fall mit sogar mit einem Plüschkragen.

Hundepulli

Die Hunde tragen diese Pullis sehr gerne, da nichts rutscht oder drückt und wir je nach Bedarf auf unterschiedliche Stoffarten zurückgreifen können. Sie sitzen bei uns sehr gut und es kann auch ein Y-Geschirr noch prima darüber getragen werden, ohne dass etwas drücken kann.

Hundepulli

Hundepulli

Hast du deinem Hund schon mal einen Hundepulli genäht? Wie findest du meine Variante?

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