Minimalismus im Stall

Schon länger knabbere ich an einer Idee, von der ich euch nun doch endlich erzählen will: Es geht um Minimalismus. Die Idee bezieht sich nicht nur auf mein „Pferdeleben“, sondern auf mein gesamtes Leben, mehr sogar noch auf die anderen Bereiche meines Lebens. Aber eben auch in und um den Stall.

Ganz grundsätzlich steht hinter der Idee der schöne Satz: „Sammle Erlebnisse, nicht Gegenstände“. Mein Wunsch nach mehr Minimalismus ist also in erster Linie ein materieller. Wie viele Gegenstände benötige und benutze ich tatsächlich?

Minimalismus Pferd

Dazu kommen Überlegungen zur eigenen Ernährung, einem bewussteren und umweltfreundlichem Konsum, aber auch zur Daten- und Internetflut, ständigen Verfügbarkeit, ständigen To-Do-Listen usw. Das geht nun aber weit über den Pferdebereich hinaus und hat damit auf diesem pferdigen Blog nichts zu suchen. Ich möchte mich daher hier nur auf den Bereich im Stall und die Ponys beschränken.

Mit einem ähnlichen Ansatz habe ich bereits vor einiger Zeit mal einen Blogartikel verfasst. Das Thema ist also nicht neu bei mir, aber manchmal muss ich mich mehrfach den Themen nähern, bis sie wirklich fruchten. Ich möchte aber auch diesmal betonen, dass es nichts ist, was einmal umgesetzt für immer so bleiben soll oder muss. Es ist ein Prozess und eine Erfahrung, was daraus wird, werden wir dann sehen.

Minimalismus im Stall

Ich stelle mir also die Frage, welche Gegenstände ich im Stall für die Ponys und mich wirklich benötige. Und das ist einerseits – wer hätte das gedacht – viel weniger als ich im Moment noch tatsächlich besitze. Andererseits ist es aber doch auch immer noch erschreckend viel. Im Vergleich zu unseren Hunden „brauchen“ die Ponys wirklich sehr viel. Oder vielmehr ich, wenn ich sie nutzen, arbeiten, bewegen möchte.

Ich bin am Überlegen eine genaue Liste dazu zu erstellen und meine genauen Überlegungen zum Equipment mit euch zu teilen. Besteht daran Interesse? Sonst erstelle ich diese Liste erstmal nur für mich. Ein Austausch darüber wäre aber sicherlich spannend, allerdings mit der Prämisse, dass die Grundidee verstanden und akzeptiert wird.

Minimalismus Pony

Denn genau das scheint ein sehr großes Problem zu sein für viele. Fast jeder aus meinem Umfeld, dem ich bisher von dieser Idee erzählt habe, reagiert sehr abweisend bis hin zu entsetzt. Es kommen umgehend die immer gleichen Fragen und Aussagen:

  1. Wieso tust du dir das an und verwehrst dir den Luxus?

Weil ich es kann. Ich habe das große Glück so privilegiert zu leben, dass ich die freie Wahl habe, ob ich viel oder wenig besitzen möchte! Ich habe nun viele Jahre sehr viel besessen und bin im Ganzen recht zufrieden mit meinem Leben. Jetzt möchte ich aber mal versuchen, wie es sich anfühlt möglichst wenig zu besitzen. Gegenstände zu besitzen, Shoppen und konsumieren sind für mich im Moment nicht mehr nur Luxus, sondern auch Ballast. Es nimmt zu viel Raum ein und bekommt zu viel Bedeutung, die ich ihm eigentlich nicht geben möchte!

Wenn ich mir 10 Minuten überlege, welches Halfter ich für einen Spaziergang nehme, welches viel zu selten genutzt wird, von welchem ich sowieso nochmal ein Foto für Facebook machen wollte und welches eigentlich zu schlecht sitzt, um es für einen Spazierganz zu nutzen, dann stimmt etwas nicht. Das hat nichts mit Luxus, Freiheit oder Glück zu tun, sondern beschwert mich nur. Abgesehen von dem finanziellen Aspekt.

Ausmisten Stall

  1. Kaufst du dann gar nichts mehr?

Doch, ich werde weiter Sachen kaufen müssen und auch wollen. Lebensmittel zum Beispiel. Oder auch Gebrauchsgegenstände die ersetzt werden müssen oder welche ich nach reiflicher Überlegung anschaffen möchte. Es geht nicht darum sich selbst zu geißeln oder sowas, sondern es geht darum besser über Neuanschaffungen nachzudenken und sie VOR dem Kauf zu hinterfragen! Ich mache sowas bisher leider gerne erst danach. Mir ist wichtig, dass diese Ideen und Ansätze nicht in Stein gemeißelt sind, sondern eben Ideen und Ansätze. Es ist ein Prozess und es ist ein Versuch, es wird sich also ganz bestimmt und hoffentlich weiter entwickeln.

  1. Wenn man es ganz genau nimmt, dann darfst du gar nichts mehr mit deinen Ponys machen und sie nur noch anschauen. So brauchst du gar kein Zubehör mehr. Das wäre Minimalismus!

Ja das mag richtig sein, aber das entspricht nicht meiner Vorstellung von Minimalismus. Es geht mir nicht darum so wenig wie möglich zu besitzen, des Besitzens bzw. Nicht-Besitzens wegen. Sondern es geht darum wieder mehr Freiheit zu haben, weil man sich von materiellen Dingen und damit verbundenem Aufwand und Gedanken frei macht. Diese freie Kapazität möchte ich nutzen, um sie mit Erlebnissen zu füllen und dazu gehören auch Unternehmungen und die Arbeit mit den Ponys. Die Gegenstände sollen demnach also wieder Mittel zum Zweck für uns werden und keine übergeordnete Rolle mehr haben!

Minimalismus

  1. Ich versteh das nicht, kaufen macht doch Spaß! Du versuchst doch mit diesem Minimalismus nur dein eigentliches Problem zu verdecken. Ich bin sehr glücklich, obwohl mein Kleiderschrank fast platzt!

Das ist schön für dich. Ich bin es eben nicht. Mir fehlt Struktur, Ordnung und Klarheit, zudem raubt es mir den letzten Nerv vor einem vollen Kleiderschrank zu stehen und trotzdem gefühlt nichts anzuziehen zu haben, weil es mich mehr überfordert, als es mir weiter hilft. Ebenso könnte ich dir unterstellen, dass du mit deinem Konsum versuchst ein Loch in deinen Bedürfnissen zu stopfen, das mit Konsum gar nicht zu stopfen ist! Mache ich aber nicht, denn jeder darf sein Leben so leben und gestalten wie er es möchte. Besonders wenn er angibt, damit glücklich zu sein. Das wunderbare ist doch, dass wir Menschen eben nicht alle gleich sind. Ich bin nicht du und du bist nicht ich. Akzeptieren wir einfach, dass man unterschiedliche Herangehensweisen haben kann.

  1. Aber du machst doch so viel selbst, auch für die Tiere. Machst du das dann gar nicht mehr und gibst deine ganzen Materialen usw. ab?

Oh, das ist mein wunder Punkt. Genau daran habe ich so sehr zu knabbern. Das Basteln, Nähen, Schrauben, Kleben, Sägen, Flechten usw. ist eines meiner liebsten Hobbys und bereitet mir unheimlich viel Spaß. Gleichzeitig benötigt man sehr viele Dinge dafür und ich habe unglaublich viel Material angehäuft, das noch darauf wartet, verarbeitet zu werden. Wenn es dann endlich verarbeitet wurde, ist daraus wieder etwas Materielles entstanden. Etwas, dass ich minimalistisch betrachtet nicht brauchen werde. Wie kann man das lösen? Ein liebgewonnenes Hobby aufgeben, dem Minimalismus zu Liebe? Das kommt nicht in Frage und macht auch keinen Sinn, denn es soll einen ja leichter und glücklicher machen und eben nicht künstlich einschränken. Die ganze Idee über Bord werfen? Auch Schwachsinn, ganz so schnell knicke ich nicht ein! Wenn ich eine Lösung für mich gefunden habe, werde ich darüber berichten.

Minimalismus Pferd

Für mich hat diese Form des Minimalismus auch viel mit mehr Nachhaltigkeit auf ganz verschiedenen Ebenen zu tun. Ein Thema mit dem ich mich auch in den Bereichen rund ums Pferd in Zukunft gerne intensiver beschäftigen möchte. Wenn Interesse besteht, werde ich hierzu nach und nach Blogartikel verfassen.

Es ist eine spannende Idee, die langsam zu einer ernsthaften Entwicklung in mir heranwächst und hoffentlich schon bald zu einer Reise, einem Abenteuer, für mich wird. Die Ponys und der Stall können dabei nicht ausgeklammert werden und ich möchte es auch gerne ganz bewusst mit einbeziehen. Wie genau das dann im Detail aussehen wird, zeigt sich in den nächsten Wochen! Es wird auf jeden Fall mal wieder kräftig ausgemistet.

weniger ist mehr

Ein schönes ebook zum Thema Ausmisten und Loslassen habe ich letzten bei So little time gefunden und direkt gelesen. Ich finde es gibt einen schönen Einstieg und Motiviert endlich loszulegen mit dem Ausmisten! Wer am Thema Interesse hat, dem kann ich es nur empfehlen.

15 Gedanken zu “Minimalismus im Stall

  1. Hallo Lina,
    sehr guter Blogbeitrag, das muss ich zuerst anmerken.

    Ich selbst bin im Privatleben in den letzten Jahren immer minimalistischer geworden. Früher hab ich gehortet und gehortet… trotz riesigem Schrankraum stand ich immer wieder vor meinen Kleidern und nervte meinen damaligen Partner mit dem immer gleichen “ich hab nichts anzuziehen!!”
    Auch meine Finanzen waren wie ein Buch mit sieben Siegeln für mich – bis ich mich irgendwann hingesetzt und schonungslos Abrechnung mit meinem Leben gemacht habe (die Rechnungen hatte ich ja auch gehortet). Na bumm!
    Da hab ich aber ganz schön gestaunt… allein in den letzten paar Jahren hatte ich nur an Dingen die ich nie oder nur sehr selten tatsächlich verwendet hatte über € 20.000 ausgegeben!! Das war nicht mehr normal.
    Also hab ich Schritt für Schritt alles in Ordnung gebracht und mich von allen Dingen die mich belastet haben getrennt – auch ungesunde Beziehungen und einige oberflächliche Freundschaften mussten dran glauben. Ich habe für mich ein System gefunden mit dem ich meine Finanzen absolut unter Kontrolle habe (und es macht mir sogar Spaß!), habe unnötige Abos, Versicherungen und Verträge gekündigt, meine Ernährung und Lebensweise überdacht, mein Auto verkauft, den Fernseher verschenkt und generell im Leben nochmal eine ganz neue Richtung eingeschlagen.

    Mittlerweile fühle ich mich so viel befreiter und glücklicher – ich lebe viel bewusster und kann endlich wirklich auf Qualität setzen statt auf Quantität. Und was bleibt mir zudem übrig? Viel mehr Zeit und Geld!

    ABER (ja das kommt immer): Was die Pferde anging war ich immer der größte Hoarder.
    Reitklamotten, Pferdesachen, Stallartikel, zig Mittelchen und Töpfchen, die man eigentlich eh nie verwendet… irgendwann platzte auch der Stall aus allen Nähten. Ich hatte komplette farblich abgestimmte Sets mit Schabracken, Bandagen, Gamaschen, Streichkappen, Abschwitzdecken etc. die ich nicht ein einziges Mal verwendet habe!
    Nach langem Hin und Her habe ich mich entschieden auch im Pferdebereich auszumisten.
    Es fällt mir ungleich schwerer! Und es dauert auch viel länger!
    So vieles habe ich schon verkauft oder verschenkt… trotzdem ist noch immer enorm viel vorhanden, das ich eigentlich nie benutze oder zigfach habe.
    Momentan bin ich wieder fleißig am Verschenken und ich versuche gerade mir eine Liste zu erstellen mit den Dingen die ich tatsächlich brauche. Ich hätte am Ende gerne nur mehr handverlesene Stücke multifunktionaler Ausrüstung übrig, die qualitativ hochwertig ist, gut gepflegt viele Jahre lang halten wird und für mehrere Pferde benutzbar ist (außer so Sachen wie Putzzeug, Halfter, Abschwitzdecke – der Hygiene wegen). Ich bin mir nur noch nicht ganz sicher was ich tatsächlich brauche und was nicht.

    Ich wäre sehr interessiert an deinen Erfahrungen.

    • Hallo Teresa,
      das klingt nach einem sehr tollen Weg den du eingeschlagen hast!
      Gerne berichte ich weiter, wie sich mein Stallminimalismus umsetzen lässt!
      Viele Grüße
      Lina

  2. […] lockt ein tolles Shoppingangebot im oberen Bereich. Dieses Jahr bin ich ganz tapfer ohne irgendwas zu kaufen hindurch spaziert und habe nur meine Begleitungen fleißig beim Shoppen […]

  3. Hallo,
    soeben bin ich beim Stöbern zu einem anderen pferdigen Thema auf deinen Artikel gestoßen. Großartig!
    Nicht im Stall, aber zu Hause habe ich vor einiger Zeit “entrümpelt”. Zwar gibt es eine ganze Menge Bücher mit den tollsten Tipps, aber (obwohl ich es vom Lesen her teilweise langatmig und wiederholend fand) das Buch von Marie Kondo: Magic Cleaning.
    Sie schlägt vor, erst einmal alles zu einem Thema (Kleidung oder Bücher oder…) auf einen großen Haufen zu legen, um zu sehen, wie viel man wirklich besitzt. Das allein war bei mir schon Augenöffnend. Dann solle man jedes Stück in die Hand nehmen und in sich hineinspüren, ob man es gerne hat. Was man mag, bleibt, alles andere kommt weg (Müll, Second Hand, verschenken etc.). Kein Kompromiss, weil Erinnerungen dranhängen oder man es eventuell bei irgendeiner Katastrophe noch mal brauchen könnte.
    Es war kein leichter Prozess, sich zu lösen, aber ein wahnsinnig angenehmes Gefühl im Nachhinein. 🙂
    Das kann ich mir im Stall auch sehr gut vorstellen! Zumal dort zu Vieles oft im Wahrsten Sinne des Wortes einstaubt. 😉
    Daher finde ich deine Idee unterstützenswert! Ich würde mich freuen, wenn du berichtest, ob du sie umsetzen konntest.
    Eine Idee zu deinen Bastelgegenständen und Materialien: In Tierheimen/ Pferdehöfen oder Ähnlichem nachfragen, ob die Zöglinge dort für dich und deine Werbung Modell stehen würden (viell. noch Materialkosten übernommen werden könnten) und im Gegenzug erhalten sie die neuen Stücke. Win-Win für die Tiere und den Minimalismus. 🙂
    Viele Grüße,
    Isabell

  4. Toller Post 🙂 Ich hatte eine Phase, in der ich auch diese Eskadron Schabracken und Halfter gesammelt hab – aber diese Phase hat irgendwann zum Glück einfach von allein aufgehört! 😀 Jetzt hab ich die Sachen zwar noch, aber da sie im Schrank sind und mir nicht immer direkt ins Gesicht springen, belasten sie mich auch nicht. Die Belastung verspüre ich eher in meinem eigenen Kleiderschrank, wenn ich Teile sehe, die ich noch nie getragen habe und wahrscheinlich auch nie tragen werde. Ebay ahoi! Jedenfalls würde ich mich über weitere Erfahrungen und Berichte von dir zu diesem Thema freuen.

  5. Hallo,
    ich finde deine Idee hervorragend und habe selbst schon oft darüber nach gedacht, sowie bereits einiges reduziert.
    Meiner Meinung nach ist vor allem an Weihnachten der Konsum zu sehr in den Mittelpunkt gerückt. Sicherlich entstehen bei deinem Hobby Luxusgüter, welche nicht unbedingt benötigt werden, aber solange das eigene Gefühl dabei kein schlechtes ist, sehe ich keine Probleme. Hauptsächlich geht es ja darum, sich selbst von Lasten zu befreien und nicht darum anderen zu beweisen, mit möglichst wenig aus zu kommen.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn du deine weiteren Ideen und Entwicklungen mit uns teilst.
    Bis dahin, viele Grüße!

  6. Hallo Linne,
    als “Vorbereitung” auf die Pferd & Jagd habe ich mal bei Dir auf dem Blog gestöbert – bzw. habe mir mal alle Seiten von den Mädels angesehen, die mit Yvi zusammen bei dem Treffen dabei sind. Und ich muss sagen, Dein Blog gefällt mir echt gut…. und der Muli-Mann ist Spitze!
    Da sind sehr schöne Gedanken dabei 🙂 Gerade das mit dem Minimalismus finde ich witzig – also nicht das Thema Ansich, aber dass ich jetzt von “Pferdeseite” auch darauf gestoßen werde (ich werde nämlich seit Monaten von “veganer” Seite über eine Freundin zum Nachdenken angeregt. Ich habe Deinen Artikel gestern gelesen und musste dann gleich intensiv nachdenken.
    Das Minimalismus-Thema beutet für mich in Kurzform:
    1. Ja – jeder hat zu viel Gerümpel und Ja – jeder müsste dringend mal entrümpeln. Dinge, Gedanken, “Freunde”, schlechte Stimmung, die Möglichkeiten dazu und die Bereiche sind unendlich! 🙂
    2. Viel Respekt für den, der es komplett durchzieht. Es ist auf jeden Fall spannend!
    3. Der Gedanke, ist Minimalismus nicht auch eine Art von “Extremismus”?
    4. Auch ich sollte mein Konsumdenken definitiv überdenken. Wir alle haben zu viel Geraffel, dass uns die Sicht auf die wirklich wichtigen Dinge verstellt.
    5. Kann es einen Weg geben Dinge zu besitzen und sich aber auch gleichzeitig davon nicht beherrschen zu lassen?
    6. Liegt das mit dem Minimalismus vielleicht auch daran, dass wir dank Internet und ständiger Überreizung mit Produkten und Informationen vielleicht einfach verloren haben zu “leben”?
    7. Gibt es die Möglichkeit den Minimalismus vielleicht auf 80 % des Lebens zu projizieren, aber sich vielleicht einen Teil “ausschweifendes” Leben abzuzwacken (quasi als Luxus)? Damit meine ich Deine Bastel-Sachen. Oder ist man dann inkonsequent?
    Dazu fallen mir ganz viele spannende Fragen und Gedanken ein 🙂
    Auf jeden Fall bleibe ich gespannt, wie Du das im Stall und Bastel-Leben hin bekommst!
    Liebe Grüße
    Christine

    • Hallo Christine,
      danke für deinen lieben Kommentar!
      Deine Fragen sind spannend, ich stelle mir ganz ähnliche zur Zeit. Besonders die Richtung “extre,” geht mir dabei durch den Kopf. Es muss in einer Balance, einem Gleichgewicht sein finde ich, das ist es im Moment nicht bei mir! Das wäre es aber auch nicht, wenn ich nun nur noch 100 Teile besitze, das wäre das andere Extrem. Eine gesunde Mitte zu finden ist schwerer als man denkt…
      Viele Grüße
      Lina

  7. Ich finde deine Idee, eine Art Liste zu erstellen, bereichernd und bin schon gespannt darauf. Sich aufs Wesentliche zu beschränken (warum eigentlich “beschränken”, klingt nach Einschränkung, Verlust…), also nochmal: das Wesentliche wiederzuentdecken, das (für mich!) Unwesentliche weiterzugeben, so dass es genutzt werden kann, ist eine tolle Idee. Die Umsetzung fällt mir jedoch sehr schwer. Ich glaube, da sind auch alte Kindheitsmuster mit drin, ein trügerisches Sicherheitsgefühl, das mir weismacht, dass ich sicher bin, wenn ich möglichst alles sogar doppelt habe. So dass ich quasi nie “mit leeren Händen” dastehe.
    Und zum Hobby Basteln/Werkeln: vielleicht ist es ja auch ganz gut, sich einfach einen Bereich des Lebens zu erlauben, für den der Anspruch des Minimalismus (noch) nicht gelten soll

  8. Die letzten Tage erst habe ich gedacht: Früher hattest du Viel weniger aber warst glücklicher. Egal ob privat oder im Stall, ich war glücklich. Und dann stürzte ich ab, bekam eine Depression und seither vergeht kaum ein Tag, an dem ich mal nichts bestelle. Insgeheim habe ich die Hoffnung, dass es mich glücklich macht. Die Rechnung geht aber leider nicht auf. Das Problem ist (bei mir) auch Youtube. Ständig sieht man neue Produkte sie einem gefallen und die man dann haben will, weil der andere hat das ja auch. Früher gab es das nicht. Da wurde nur gekauft was man auch wirklich braucht. es War ein Luxus 2 Stricke zu besitzen – falls einer mal kaputt geht. Und auch da War es egal wie der aussieht. Is ja nur ein Gebrauchsgegenstand. Gestern erst habe ich einen Katalog durchgeblättert und bin an den Gerten hängen geblieben. Da hab es 1000 Stück und allen möglichen Farben mit Glitzer und blingbling. Ganz ehrlich? BRAUCHT man das? Früher waren alle Gerten schwarz und fertig. Ich finde, dadurch haben sich einfache Gebrauchsgegenstände zu Modeaccesoir verwandelt und die – wie du schreibst – Leichtigkeit ist weg. Klar hatte man auch seine Lieblingssachen. Ich kann mich noch erinnern, ich hatte eine Fliederfarbene Schabracke (und eine Grüne). Die Fliederfarbene liebte ich abgöttisch – aber eben auch nur die. Die Grüne gabs dann mal zum wechseln. Und ich wurde der Fliederfarbenen nicht müde, sie hatte ich bis sie kaputt War. Erst dann gabs ne neue. Wenn ich heute sehe wieviel Millionen Schabracken Leute heute haben… die gekauft werden und dann doch nie benutzt, weil sie in den Tiefen des Schabrackenschrankes verschwinden… Nee, ich finde es gut was du tust und ich sollte mich auch wieder daran erinnern, kaufen macht nicht glücklich!

    • Danke für deinen Kommentar!
      Vielleicht hast du ja Lust mitzumachen bei dieser Idee und auch kräftig ausmisten? =)
      Viele Grüße
      Lina

  9. Ich kann das auch total gut nachvollziehen, wobei ich den Wunsch nach Minimalismus nur ein bisschen im Bereich der Pferdesachen verspüre… dazu muss man wissen, dass ich eine riesige Trensen- und Halftersammlung habe, die teilweise meine Kunden bei Fotoshootings verwenden. Aber selbst da trenne ich mich immer mal von Sachen, die ich irgendwann mal unbedingt haben musste, die ich aber doch nicht soo schön finde oder weil ich später etwas qualitativ besseres gefunden habe.
    Kleidung und Schuhe habe ich dieses Jahr schon sehr viel aussortiert und die guten Sachen einem Flohmarkt für den Tierschutz gespendet, die weniger guten Sachen in die Altkleidersammlung gesteckt. Das befreit so ungemein! Ich fühle mich dann immer, als hätte ich Ballast abgeworfen. Das gleiche Gefühl habe ich, wenn ich Pferdesachen übers Internet verkauft und dann zur Post gebracht habe.
    Trotzdem bin ich leider noch nicht so weit damit, wie ich gerne wäre. Man kennt es ja, dass man immer die Sorge hat “wenn ich es jetzt weggebe, kann ich es morgen vielleicht brauchen”. Aber wenn ich so darüber nachdenke, bereue ich nichts, das ich mal weggegeben habe!

  10. Ich finde es spannend, gerade jetzt wieder von diesem “Minimalismus”-Gedanken zu lesen. Ja, dass es schon öfter Thema bei Dir war erinnere ich, und musste doch ein bisschen schmunzeln das jetzt zu lesen. Ich stelle fest, dass diese Konsumgier, egal ob Pferdekram, Klamotten oder whatever betreffend, immer von dem Umfeld abhängt in dem ich mich bewege. Viele Leute aus meinem Bekanntenkreis denken allerdings wie ich – man BRAUCHT nicht viel zum glücklich sein. Mit einer Bekannten war dies neulich wieder Gesprächsthema, auf das wir wegen der Adventskalender für die Kinder kamen. Süßkram im Kalender ist zwar schnell weggefuttert, aber wenn das Kind süßes nicht so mag, ist es nicht die Füllung der Wahl. Kleine Dinge sind zwar toll, liegen aber später rum. Für Erwachsene wäre ein Adventskalender der hilft dem Konsum zu entfliehen eine Idee… Wie wäre es denn, an den 24 Tagen vor Weihnachten jeden Tag ein Teil auszusortieren?! Und nach Weihnachten diese aussortierten Dinge in ein sozialkaufhaus zu bringen? Also nicht aussortieren was sowieso eigentlich in den Müll gehört, was eh keiner mehr mag oder was nicht mehr ohne vorherigen Aufwand nutzbar ist, sondern gut brauchbare Dinge….
    Ich fand die Idee grandios. Man kann es auch als neujahrsvorsatz nehmen – Ausmistechallenge für 2017: jeden Monat 1 Teil….
    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg!
    Liebe Grüße
    Nina

    Ich habe übrigens im laufe der letzten 3 Monate zusammen mit Sachen meiner Tochter etwa 4 umzugskisten voll “alles mögliche” ins sozialkaufhaus gefahren…

  11. Hi,
    ich kann sehr gut nachvollziehen was dir im Kopf herumschwirrt, ich selbst habe diese Gedanken sehr oft und bin auch immer mehr am Überlegen “wozu das Ganze”?
    Wir leben in so einem Überfluss und beschweren uns über Dinge die es gar nicht wert sind, dein Beispiel mit dem platzenden Kleiderschrank ist meiner Meinung nach eine gelungene Metapher dafür.
    Wie auch du fühle ich mich teilweise richtig belastet von all dem Konsum und Konsumwahn der einem immer wieder aufgedrückt wird und dazu führt sich regelrecht dazu verpflichtet zu fühlen zu kaufen, anzuschaffen, auszutauschen, was auch immer…
    Daran hat das Internet wohl, zumindest bei mir, einen erheblichen Anteil. Man kann ja keine Seiten mehr aufmachen ohne dass mir eine Werbung oder Link zu einer Seite vorgeschlagen wird, wo man, OH ÜBERRASCHUNG, wieder eine Neuanschaffung die man ja unbedingt haben muss, finden kann.
    Das Fernsehen verbieten ich mir schon seit Jahren und kann da wenigstens nicht mehr beeinflusst werden.
    Mir scheint oft auch dass Reiter an sich so eine Völkchen sind die sich gegenseitig regelrecht pushen um den Anderen zu übertrumpfen, bei Sportreitern ist dieser Eindruck auf mich sehr stark gewesen aber auch sonst will man immer dass das eigene Pferd und vielleicht auch man selbst immer top aussieht und alles was es dafür braucht.
    Auch bei mir findet seit Längerem ein gewisses Umdenken statt, wobei ich meinem Pferd natürlich immer alles bieten werde dass es braucht aber mit vorher reiflicher Überlegung.
    Ich habe inzwischen sogar meine ersten selbstgemachten Leckerlis gemacht, vor einiger Zeit noch ein Ding der Unmöglichkeit bei mir.
    Ich würde mich freuen deine weiteren Gedanken und Schritte hierzu verfolgen zu dürfen und werde gespannt auf deinen Blog warten. Liebe Grüße, Simone

    • Hallo Simone,
      danke für deinen Kommentar! Das klingt wirklich sehr ähnlich. Ich finde es schön, dass ich damit offenbar nicht alleine bin. Es beruhigt mich irgendwie 😀
      Gerne berichte ich hier weiter über meine Ideen und die Entwicklung!
      Viele Grüße
      Lina

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