Neid muss man sich erarbeiten

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Wie kommt es, dass es unter Pferdeleuten so viel Neid, Geläster und Missgunst gibt? Es fällt im Internet, vor allem in sozialen Netzwerken, sehr stark auf, aber auch im realen Leben wird man immer wieder damit konfrontiert.
Nicht nur, dass viele Menschen meinen es besser zu wissen, manche sind einfach nur dagegen. Dagegen wie du etwas machst, dagegen welche Entscheidungen du für dein Pferd und dich triffst und dagegen wie du überhaupt so drauf bist. Ganz ohne den Anspruch, es selbst besser zu machen oder zu wissen. Das ist also die gesteigerte Form von Missgunst sozusagen. Man behauptet gar nicht mehr, es selbst anders zu können, man hetzt einfach so darauf los.

IMG_1491 In den letzten Wochen wurde ich auf unterschiedlichste Art immer wieder mit dem Thema konfrontiert. Es wurde Gelästert über uns, Unwahrheiten verbreitet und versucht, andere gegen uns aufzuhetzen. Sowohl im Internet, als auch im Privatleben. Natürlich geht einem so etwas nah, alles andere wäre gelogen. Wir alle wissen, dass man nicht von jedem gemocht und gut gefunden werden kann und das ist auch nie das Ziel gewesen. Wie viel Zeit und Energie manche Menschen, die man nicht mal persönlich kennt, aber in ihr „dagegen“ stecken ist schon abenteuerlich. Wieso nutzt man seine Energie nicht für produktives, für etwas, wovon man selbst etwas hat? Man zieht sich doch auch selbst herunter mit solchen Themen.
Lästern macht keinen Spaß, es führt zwangsläufig zu negativen Gefühlen, Auch wenn man nicht selbst das Opfer ist, sondern eher der Täter, kreisen die Gedanken um schlechte, blöde oder verwerfliche Sachen, sowas zieht einen zwangsläufig herunter.

IMG_9265Ich bilde mir ein, dass es in kaum einem anderen Hobby so heiß her geht, wie unter Pferdemenschen. Das liegt zum einen sicherlich am hohen Frauenanteil, meist auch noch recht jungen Frauen. Dann kommt Neid ganz entscheidend hinzu. Es ist ein sehr teures Hobby, das alleine reicht ja oft für Neid. Dazu spielen noch viele emotionale Faktoren eine große Rolle. Läuft mein Pferd gut, ist mein Pony süß, wieso hat ausgerechnet mein Pferd immer die Verletzungen, warum kann mein Pony nicht so sein…. Ständig wird sich gemessen und verglichen und dabei viel zu wenig über die Arbeit und Zeit nachgedacht, die andere vielleicht für dieses Ergebnis investiert haben.

Einen sehr passenden Artikel zum Thema Eifersucht findest du bei Mein Faible.

IMG_0413Wenn ich traurig über eine schlechte Stimmung, die gegen uns gemacht wird, bin, sagen mir die lieben Menschen um mich herum gerne: „Die sind doch nur neidisch, lass dich nicht runterziehen, das kann dir egal sein.“ Aber es ist mir nicht egal, wenn Unwahrheiten verbreitet werden. Ich möchte mich nicht rechtfertigen müssen für Dinge, die andere Leute aus irgendwelchen Gründen, meist eigenen Probleme heraus, verbreiten. Zum anderen finde ich, dass gerne viel auf Neid geschoben wird. Wenn etwas Negatives gesagt wird, unterstellt man gerne voreilig Neid.
Das ist auch eine Form um mit Kritik umzugehen. Allerdings keine sehr reflektierte. Bei weitem nicht jeder Mensch kritisiert einen aus Neid heraus, eher die wenigsten sogar. Bei Lästereien ist es wohl schon häufiger der Fall. Ich möchte aber nicht unreflektiert mit Kritik umgehen, ich will nicht abstumpfen, wenn mir etwas vorgeworfen wird. Neid ist kein Verdienst, es ist ein Hindernis für alle Beteiligten.
Wir hätten alle so viel mehr Zeit und Energie, wenn wir uns frei machen könnten von den unbegründeten, negativen Gefühlen anderen gegenüber. Es muss nicht jeder jeden mögen, gut finden und unterstützen. Aber man kann lernen, dass verschiedene Ansichten, Einstellungen und Arbeitsweisen nebeneinander existieren können, ohne einander zu bedrohen. Leben und leben lassen heißt es so schön. Berechtigte und konstruktive Kritik bringt uns alle weiter, aber Neid und Lästereien führen auf lange Sicht zu nichts. Das gilt nicht nur für die Pferdewelt, sondern fürs ganze Leben.

IMG_1855Wenn du dich frei gemacht hast von den negativen Gefühlen, die du gegen andere hegst, die du meist überhaupt nicht wirklich kennst und auch von den negativen Gefühlen die Lästereien und Neid anderer dir gegenüber auslösen, kommst du deinem persönlichen Glück ein ganzes Stück näher. Ich habe die richtigen Mittel dazu für mich leider noch nicht gefunden, aber ich stelle mir das Ziel sehr schön vor.

5 Gedanken zu “Neid muss man sich erarbeiten

  1. […] passenden Artikel zum Thema Neid in der Reiterwelt findest du bei Lina von Nordfalben. Auch ich musste schmerzhaft lernen, dass der Neid nämlich die […]

  2. Wenn du deinen eigenen Wert erkannt hast und mit dir im reinen bist, so ganz ohne Zweifel, dann wirst du auch viel ruhiger mit Neid und Mißgunst umgehen können.
    Ein sehr harter und langer Weg, aber doch sehr lohnenswert. Die Selbstreflexion ist da ein sehr großer Wegweiser. Und das ist auch der eigentliche Knackpunkt für Neid und lästereien, die wenigsten sind stark genug um es richtig zu machen. Selbstreflexion tut nämlich auch ganz schön weh wenn man seine Fehler entdeckt und das man ja doch nicht so perfekt ist wie man dachte, bevor man sich jetzt dieser Wahrheit stellt hackt man dann lieber flott auf anderen rum um von sich selber ab zu lenken.
    Hat man aber vorher seinen eigenen Wert schon gefunden und schätzen gelernt dann geht man damit anders um und sieht seine Fehler nicht als schlecht an sondern setzt sich direkt ein neues Ziel indem man es ändert und besser macht/machen will.
    Vieles geht nicht mit einem Fingerschnippen mal eben so…es braucht alles seine Zeit.
    Ohne die funktioniert es nicht. Und da sind wir schon beim nächsten Knackpunkt…wer so viel Zeit damit verbringt andere schlecht zu machen vergeudet Zeit in der er etwas verbessern könnte Und der andere über den Gelästert wird muss auch seine Wertvolle Zeit opfern um sich damit auseinander zu setzen Zeit die man doch viel besser für andere schöne Dinge nutzen kann.
    Und das alles liegt nicht am Hobby Reitsport oder den Kosten, in anderen Bereichen geht es teilweise noch sehr viel schlimmer zu. Man kann aber beobachten das am meisten und schlimmsten die Menschen motzen, meckern und lästern welche meinen sie sind das Allheilmittel für alles und jeden und nur sie wissen wie es richtig geht. Schaut man dann genauer hin fällt auf das dieser Mensch einfach nur unzufrieden mit sich und seinem erreichten ist…höher schneller weiter immer besser sein als alle anderen und wenn mir das nicht gelingt dann mache ich eben jemanden nieder um mich drüber zu stellen damit ich mich besser fühle
    Ich sage dazu nur „Sei du selbst und alle werden dich dafür respektieren“.
    Oh doch etwas länger geworden

  3. Ich kann sowas auch nicht nachvollziehen.
    Woher kommt nur dieser – ja man muss manchmal schon sagen „Hass“ auf andere, die man eigentlich nicht wirklich kennt.
    Z.B. wenn ich ein Video von Alfi und Lia hochlade, dann ist es es schon sehr oft vorgekommen, dass direkt ein Daumen runter da war, wo ich denke, so schnell kann derjenige das Video noch nicht mal angesehen haben. Und dann frage ich mich, ist das imme die gleiche Person und warum gibt derjenige einen Daumen runter. Ich würde so gerne wissen warum und das beschäftigt mich dann, obwohl es Zeitverschwendung ist.

  4. Sehr schön geschrieben.
    Mein Spruch ist immer: jeder kehrt vor seiner Tür
    Daa ist mein Hobby,meine Auszeit von Stress ect. Lasse es nicht zu ,das es mich am Stall stresst. Lächle in vielen Situationen,Sachen die mich persönlich nichts angehen,halte ich mich raus gehe einfach. Natürlich guckt man auch nach rechts und links,tolles Pferd ,toller Sattel,Hänger ect. einfach dankbar sein für das,was man hat. Ich bin gesund ,mein Pferd ist gesund an unseren Defiziten arbeiten wir.
    Leute die immer schlecht reden, einfach mal den Spiegel vor halten.
    Jeder hat seine Ansichten und Meinungen, das müssen nicht meine sein und meine dränge ich auch keinem auf.
    Leben und leben lassen.

    Immer lächeln,das verunsichert diese Menschen…….

  5. Ach wie schön geschrieben. Ich muss gestehehn, das heisst, wenn ich sagen würde, ich wäre auf gewisse Pferdemenschen nicht neidisch, dann würde ich leugnen.
    Es gibt so tolle Menschen und ihre Pferde. Und da wünscht man sich selbst, man könnte sein „sein“ auch so vrbreiten…aber irgendwie, wie du sagst, auch das muss man sich erarbeiten.
    Ich habe am Wochenende mit Sunny Arien, Miron, Viktoria und Maja kennen gelernt. Vier junge Nachwuchstrainer, die wohl mit Neid konfrontiert werden bis ins Unermessliche.
    Aber diese Leute waren so nett, so offen und dankbar, da könnten sich viele eine Scheibe abschneiden!

    Zurzeit versuche ich, mit schon „alten“ 26 Jahren endlich zu lernen „sei du – und sei nicht andere, lass andere andere sein“..schwierig, wenn man wütend ist und denkt, der hätte es verdient…
    ein wenig Offtopic – aber Berichte wie die Deinen, bringen solche Gedanken hervor….

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